Montag, 15. Oktober 2012

Tatort: Borowski und der tiefe Fall

Axel Milberg als
Kommissar Borowski
Foto: VollwertBIT,
Creative Commons
Der neueste Kieler Tatort-Krimi »Borowski und der tiefe Fall«, der am 15.10.2012 seine Erstausstrahlung erlebte, entwickelt sich vor dem Hintergrund eines 25 Jahre zurückliegenden Vorgangs, der damals die Republik in helle Aufregung versetzt hatte: Der bis heute nicht aufgeklärte Tod des ehemaligen Schleswig-Holsteinischen Ministerpräsidenten Uwe Barschel im Hotel Beau Rivage in Genf schlägt bis heute noch hohe Wellen. Zu deutlich waren die Hinweise, dass Barschel wohl nicht eines natürlichen Todes gestorben war. Und auch die Selbstmord-Theorie wies eklatante Ungereimtheiten auf, die den Schluss nahelegen, dass es sich um einen politischen Mord gehandelt haben muss. Das neueste Indiz für diese Vermutung ist ein kürzlich in der Asservatenkammer zu Lübeck unter mysteriösen Umständen verschwundenes Haar, das damals am Tatort sichergestellt worden war und nun einer DNA-Analyse hätte unterzogen werden können. Zufall? – Wer´s glaubt! 

Auch Borowski (Axel Milberg) kommt nicht umhin, sich erneut mit dem Fall Barschel zu beschäftigen. Als der erfolglose Schriftsteller und notorische Alkoholiker Dirk Sauerland ermordet aufgefunden wird, steht der Kommissar vor einem Rätsel. Seine Ermittlungen ergeben, dass Sauerlands aktuelle Arbeit einigen Sprengstoff birgt: Der Ermordete plante die Herausgabe eines Buches zum Fall Barschel. Dass er darin selbst sehr tief verwickelt war, ergibt sich im Zuge der Ermittlungen. In welcher Weise genau, soll hier nicht verraten werden, denn am 16.10.2012 um 0:35 Uhr gibt es in der ARD noch eine Gelegenheit, das Werk in voller Länge zu sehen.

Es war ein riskantes Experiment, den bis heute ungeklärten Fall Barschel im Rahmen eines Tatort-Krimis zu verarbeiten. Dem Regisseur und Drehbuchschreiber Eoin Moore, der den Film nach einer Idee von Fred Breinersdorfer gestaltete, ist es jedoch gelungen, sich dem Thema anzunähern, ohne in seinem Film abwegige Behauptungen über den Mord an Uwe Barschel aufzustellen.



Tuna von Blumensteins neuer Krimi »Mord in Genf« 

amazon:
Mord in Genf
Da ich vor dem Erscheinen des Films gerade das brandneue Buch »Mord in Genf« der inzwischen arrivierten Krimi-Autorin Tuna von Blumenstein gelesen hatte, war der Film umso interessanter für mich. Auch in von Blumensteins Buch ist es ein junges Pärchen, das eine Schlüsselrolle innehat und durch sein gemeinsames Wissen um den Tod eines Politikers eine unauflösliche Verbindung eingeht. Tuna von Blumenstein erklärt im Klappentext, ihre Informationsquelle sei ein Buch, das sie auf einem Flohmarkt gefunden habe. Eine weitere Legende? Oder ist doch etwas Wahres dran?

Dass sowohl im neuen Tatort, als auch in einem unabhängig davon entstandenen, noch vor dem Film erschienenen Roman ein junges Pärchen beteiligt gewesen sein soll, wundert mich wirklich. Sollten sowohl Fred Breinersdorfer und Eoin Moore, als auch Tuna von Blumenstein über Recherchematerial verfügen, das bisher der Öffentlichkeit unbekannt ist? Klar ist jedenfalls: Der Fall wird uns auch weiterhin beschäftigen. In diesem Zusammenhang sind der neue Tatort und der überraschende Krimi »Mord in Genf« Top-Tipps, die sich niemand entgehen lassen sollte, der sich für diesen Fall interessiert.
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